Ganz im Westen der Mongolei trifft man sich im September/Oktober zu einem besonderen Event, dem Goldenen Adlerfest. In den Tälern des Altai, in Ulgii und in Sagsaii, wird das Fest jährlich von den hier ansässigen kasachischen Nomaden veranstaltet. Es soll gewährleisten, dass die alte Jagdkultur mit dem Adler als Jäger weiter gelernt, erlebt und ausgeführt wird.

Einem noch breiteren Publikum die Jagdtechniken zu vermitteln, das versuchen die Kasachen auch alljährlich im Frühjahr in Ulan Bator. Dort findet noch einmal ein kleines Adlerjagdfest statt. Doch das ist in keiner Weise mit den Herbstattraktionen im Altai zu vergleichen.

Erlebnis pur: 40-50 Adlerjäger treten bei den originalen Festivals auf. Zur Eröffnung reiten sie alle in ihrer traditionellen Bekleidung aus Fuchs- und Wolfsfellen ins Stadion ein. Die prachtvollste und handwerklich wertvollste Ausrüstung wird prämiert. Auf dem Arm tragen die Reiter ihre unersetzlichen Gehilfen, die Steinadler. Deren Rufe hört man weithin. Sie werden als Jungtiere gefangen und dann in jahrelanger Arbeit für die Jagd auf Fuchs und Hase abgerichtet. Zwischen Adler und Jäger entsteht so eine enge Beziehung, die von gegenseitigem Respekt geprägt ist.

In den Wettbewerben geht es darum, den besten Adler in den Disziplinen Beweglichkeit, Geschwindigkeit, Geschicklichkeit und Genauigkeit zu küren. Faszinierend, wozu diese Greifvögel in der Lage sind! Der Wettkampf zieht sich über zwei Tage hin. Eine der Übungen besteht darin, dass die Adler ein Fuchsfell am galoppierenden Pferd erbeuten müssen.

Natürlich sind nicht nur die Adlerjäger beschäftigt. Zwischendurch gibt es Spiele für alle: Kamelrennen, Pferderennen, den traditionellen Wettkampf um ein Ziegenfell oder Bogenschießen. Gern gespielt wird auch Tiyn Teru. Vom galoppierenden Pferd aus muss der Reiter dabei eine Münze in Bodennähe auffangen. Beliebt und lustig ist zudem das Pferderennen, bei dem ein Mann eine Frau einholen muss, um ihr einen Kuss zu stehlen. Gelingt das nicht, darf die Frau den Verlierer auspeitschen.

Neben Spielen gibt es natürlich Brot, das heißt jede Menge zu essen und zu trinken. Auch handwerkliche Traditionen werden gezeigt, und kleine Märkte beleben das Geschäft. Die Adlerfeste im Altai gehören zum Spektakulärsten, was die reiche Festkultur in der Mongolei zu bieten hat – nur zu empfehlen!

Im Übrigen ist der Altai zum Wandern und Bergwandern ein wunderschönes Gebiet. Aus den Tälern erheben sich Höhenzüge und Gipfel bis in die Höhe von 3.500-4.500 Meter. Anden Nordhängen gibt es noch zahlreiche Gletscher und Flora und Fauna bieten einiges von Interesse.

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